Die damalige CDU-Mehrheit im Stadtrat hat die Sondermittel des Bundes nach der Finanzkrise für einen Ausbau der Bundesstraßen 215/440 und den Kreisel Brauerstraße genutzt. Die positiven Wirkungen dieser Maßnahmen sind vom stetig steigenden Verkehrsaufkommen aufgezehrt worden. Am Bau einer Ortsumgehung führt deshalb kein Weg vorbei, sofern man in unserer Stadt keinen Dauerstau schaffen will. Rot-Grün hat die Ortsumgehung viele Jahre bekämpft. Das ist aus klimapolitischen Gründen verfehlt, weil ein schonender Eingriff in Flora und Fauna durch eine Ortsumgehung umweltpolitisch eher zu vertreten ist, als die massive Klimabelastung durch den PKW- und LKW-Verkehr.
Die Anbindung Rotenburgs an den öffentlichen Regionalverkehr in Richtung Hamburg und Bremen ist ein wichtiger Standortvorteil. Diesen müssen wir viel stärker ausspielen. Wir sollten deshalb für den Bau eines großen Parkhauses in öffentlich-privater Partnerschaft im Bereich des Bahnhofs eintreten.
Es ist richtig, auf Klima- und Naturschutz auch beim Städte- und Wohnungsbau stärker zu achten. Wir brauchen Flächen für Bauten vom Einfamilienhaus bis zu Sozialwohnungen. Es war ein schwerer Fehler von Rot-Grün sozialen Wohnungsbau auf dem ehemaligen Lidl-Gelände verhindert zu haben. Sofern es die Finanzen der Stadt erlauben, sollten wir laufende Projekte für Baugebiete fortführen. Grundsätzlich setzen wir aber auf eine Vermeidung zusätzlicher Versiegelung von Flächen und befürworten eine Stadt-Innenverdichtung. Das ist auch eine wichtige Erfahrung aus den tropischen Temperaturen in diesem Sommer. Wir sollen an vielen Stellen Rotenburgs alte Bausubstanz durch neue, energetisch klimaschonende Wohnprojekte ersetzen. Dabei werden uns auch die Mittel aus der Städtebauförderung helfen, die wir auf solche Maßnahmen konzentrieren müssen.
Mit unseren Stadtwerken wollen wir verstärkt Projekte zur Energieeinsparung entwickeln. Die Kunden erwarten von den Stadtwerken die Schaffung leistungsfähiger Netze und Speicherkapazitäten. Dazu sollte auch die Zusammenarbeit mit leistungsfähigen Investoren und Technologiepartnern ins Auge gefasst werden. Das soll auch helfen, die Zuführungen der Stadtwerke zum städtischen Haushalt kontinuierlich zu steigern. Sollten auf Flächen in der Stadt Rotenburg neue Wind- und Solarprojekte entstehen, müssen die Bürger an deren Wertschöpfung stärker partizipieren. Dabei sollen die Stadtwerke ihr Know-How einbringen. Die notwendige Sanierung unserer Kanalisation darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Das führt nur zu immer höheren Folgekosten für Einwohner und Gewerbebetriebe.